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Aus meinem Reisetagebuch |
Ich freue mich zunächst einmal darüber, daß ich zu diesem persönlichen Jubiläum so herzliche Glückwünsche erhalten habe. Es ist mir eine besondere Ehre diesen Tag mit meinen Kolpingbrüdern zu erleben. Dieses Ereignis, welches jedes Mitglied einmal ereilt, der der Kolpingsfamilie beigetreten ist und dann auch dabei bleibt und nicht aus irgend einem Grunde dieser Gemeinschaft gegenüber seinen Austritt erklärt.
Ich möchte aber ein paar Worte zu diesem besonderen Tag vortragen, da es für mich ein ganz besonderes Erlebnis ist. Meinen ganz besonderen Dank für diese Auszeichnung möchte ich dadurch zum Ausdruck bringen, in dem ich das sage, was in meinem Leben, Kolping, die Idee Kolpings bzw. Kolpingsfamilie gewesen ist.
25 Jahre ist für einen Menschen, der im gleichen Jahr seinen 40 jährigen Geburtstag gefeiert hat, ein besonderes Erlebnis. Denn den passenden Spruch dazu habe ich, mit vielem anderen, aus diesem "Ländle" mitgenommen: "Mit 40 wird der Schwab gescheit, oder nie, in Ewigkeit". 25 Jahre sind in diesem Sinne ein gut Teil meines Lebens gewesen. Vor allem, da sich diese 25 Jahre nur auf die offiziell gemeldete Mitgliedschaft in der Kolpingsfamilie bezieht. Eigentlich sind es ja mehr als 25 Jahre.
Eigentlich ist man als Kolpingssohn auf die Welt gekommen. Meine ersten Erlebnisse mit Kolping und Kolpingwerk waren geprägt duch meine Eltern. Vor allem durch gemeinsame Familienurlaube, die wir als kinderreiche Familie eben unter besonders guten Konditionen im Kolpingfamilienferienwerk verbringen konnten.
Nach Uckerath (woran ich mich als damals 4jähriger kaum noch erinnern kann), folgten Urlaube mit meinen Eltern und 5 Geschwistern in Teisendorf, Pfronten, Kirchhundem und in einem Partnerhaus in Haus im Ennstal. So wurde ich bereits als Kind in diese besondere Gemeinschaft hineigenommen. Kolping als familienfreundlicher Verband wurde in seinen Einrichtungen spürbar.
Erinnern tue ich mich auch an eine Nikolausfeier im "alten Gesellenhaus" zu Fulda, dem Vorgänger des heutigen "Parkhotel Kolping" Zusammen mit meinen älteren Geschwistern habe ich an der Nikolausfeier teilgenommen uns sollte Gedicht aufsagen. Dieses hatte ich natürlich gelernt, war dann aber doch zu nervös das ich es vor allen Leuten aufsagen konnte. Meine Brüder mußten mir aushelfen. Wodurch sich mal wieder zeigt, für was Familie alles gut ist.
Kolping, hieß für uns nicht nur Familienurlaub, auch Entwicklungshilfe hat mich durch Kolping ein Leben lang begleitet. In meiner Heimatstadt Fulda ist die Aktion Brasilien eine jährlich wiederkehrende Institution, die sich bis heute erhalten hat. Jedes Jahr 2 Wochen vor Ostern wird in fast allen Straßen des Bistums Fulda gebrauchte Kleidung - von Spendern in Tüten und Kartons auf den Straßen bereitgestellt - gesammelt. Mein Vater und ich sind nun schon von Anfang an dabei.
Schmunzeln mußten wir beide, als es in einem Jahr im Bericht zur Sammlung hieß
Der genaue Wortlaut kann gerne nachgreicht werden.
Wie verbunden solche Aktionen über Grenzen (hier Gemeinde- bzw. Stadtgrenzen) ist, zeigt sich vielleicht auch daran, daß ich ja von Fulda nach Württemberg und dann ins Rheinland gezogen bin. Diese Aktion Brasilien ist auch hier vertreten und wird durch die Kolpingsfamilie in Köln-Brück unterstützt.
Auf diese Weise wurde mir Kolping, Kolpingswerk und Kolpingsfamilie schon lange ein Begriff, bevor ich mich 1977 bei der damaligen Jungkolpinggruppe meldete. Erstaunt war ich , daß ich hier einige Jugendliche wiedertraf, die ich bereits aus der Rhönklubjugend kannte.
Damals war es noch üblich, daß man sich zunächst einer Kolpingsfamilie anschloß und dann bei Gefallen im nächsten Jahr den Aufnahmeantrag stellte. Dieser Antrag wurde dann auch notwendig, da mich die Jugendgruppe bereits als Stellvertretung der Gruppenleiterin vorgesehen hatte. Es trifft eben immer die selben.
Ich durfte einen Gruppenleiterkurs besuchen und wenig später auch das Banner tragen. Für mich ist das immer eine besondere Ehre gewesen. Die, die mich kennen wissen das sicher. Auch meine "kreative Ader" wurde entdeckt und so habe ich einige Jahre Zeitungsberichte geschrieben und den Schaukasten gestaltet. Das Berichteschreiben habe ich auch in meiner Nürtinger Zeit fortgeführt und hatte mit der Nürtinger Zeitung ein gutes Verhältnis.
Für mich als junger Mensch war es ein toll, Kolping nicht nur in der örtlichen Kolpingsfamilie, sondern als nationale und internationale Gemeinschaft, zu erleben. 1980 war mein erster Katholikentag in Berlin, an dem ich als Ordner teilgenommen habe. Seit diesem Zeitpunkt sind Großveranstaltungen gefolgt. In diesem Jahr habe ich eine "Beförderung" erhalten und durfte am ökumenischen Kirchentag in Berlin als Hallenleiter teilnehmen. Dies zusammen mit meinem langjährigen Mitstreiter auf Bezirksebene, Manfred Gründken, mit dem ich schon öfters an Katholikentagen im Helfereinsatz teilgenommen habe.
Aber auch die Jugendarbeit des Kolpingwerkes haben mich und meine Beziehung zu Kolping und meinen Mitmenschen geprägt. Sei es das Internationale Jugendfestival in Bozen 1984 oder 1986 die Teilnahme an den internationalen Jugendwochen auf der Schönburg gewesen. Bei all diesen Veranstaltungen durfte ich dabei sein und mich als Teil dieser großen Gemeinschaft fühlen.
1989 habe ich mein Studium in Fulda mit dem Diplom Betriebswirt (FH) abgeschlossen und mich dann als Wandersmann auf die Reise begeben, die mich ins Schwabenländle und nach Nürtingen geführt hat.
Da ich nicht ahnen konnte, was mich dort erwarten würde und in Hoffnung auf Anschluß und Kontakt, habe ich vor meinem Umzug nach Nürtingen auf dem Diözesanbüro in Stuttgart nachgefragt, ob es denn in Nürtingen auch eine Kolpingsfamilie gäbe.
Erleichtert war ich, als man mir sagte, daß es eine Nürtinger Kolpingsfamilie gibt und man mir Herrn Karl Thömmes als Ansprechpartner benannte. Wir wußten und ahnten nicht, wie eng wir in Sachen Kolping einmal zusammenarbeiten würden.
Bei meinem ersten Anruf erfuhr ich, daß gerade Sommerpause sei, daß aber ein Treffen danach beim Kegeln möglich sei. Wir haben seit dem viele Male zusammen gekegelt und es hat immer eine Menge Spaß gemacht.
Karl Thömmes und ich hatten vor meinem Zuzug nach Nürtingen bereits den gleichen Kurs des Kolpingwerkes auf zentraler Ebene besucht. Wir haben uns von Professor Dr. Stüttler in Sachen "Katholische Sozialchristliche christliche Gesellschaftslehre) die aktuellsten Dinge vermitteln und die Zusammenhänge darlegen lassen.
Christiliche Gesellschaftslehre war es wohl auch, die mich dann zum "Diözesanarbeitskreis "Gesellschaft- und Politik" führte. Gerne hätte mich Karl Thömmes damals in seinem Arbeitskreis "Arbeit und Beruf" gesehen. Später wurden beide Arbeitskreise zusammengelegt, womit das Problem gelöst war.
Dieses anfängliche Engagement, sollte sich verstärken. Den ersten Vorschlag des seinerzeitigen Vorsitzenden Alfred Dobesch zur Leitung der Nürtinger Kolpingsfamilie hatte ich, glaube ich, gar nicht richtig ernst genommen. Aber später kam es dann doch dazu. Karl Thömmes hat mich zwischenzeitlich zu seinem Nachfolger im Kolping Bezirksvorstand für den Sachbereich Arbeit und Beruf vorgeschlagen, was ich bereitwillig annahm.
Anläßlich seines 70. Geburtstages erklärte sich unser Kolpingbruder Alfred Dobesch für amtsmüde und ich wurde zum Vorsitzenden der Kolpingsfamilie Nürtingen gewählt. So bekam ich die besondere Ehre, etwa 2 Jahre den Vorsitz der Kolpingsfamilie Nürtingen zu übernehmen. Gerne führte ich dieses Amt aus, was wenn es aufgrund des großen Altersunterschiedes und der teilweise, erklärlichen Resignation einiger Mitglieder, nicht immer leicht gewesen ist.
Höhepunkte waren sicherlich,
Ich hoffe, das mein Wirken für das Leben der Kolpingsfamilie Nürtingen recht war.
Aus Gründen beruflicher Perspektiven und einiger organisatorischer Änderungen im Unternehmen, für das ich vor Ort 9 Jahre tätig sein durfte, vollzog ich 1998 einen beruflichen Wechsel. Damit verbunden war ein Wohnsitzwechsel nach Köln.
Ich fühlte mich aber stets meinen Nürtinger Kolpingsbrüdern verbunden und durfte auch in diesem Jahr an der Busreise der Kolpingsfamilie teilnehmen, die uns ins Saarland führte. Was ebensoviel Freude machte, wie 2001 die Pilgerreise zum 10 jährigen Jubiläum der Seligsprechung unseres Verbandsgründers Adolph Kolping.
An meiner neuen Wirkungsstätte schloss ich mich zum einen der Kolpingsfamilie in Porz (St. Josef) an, deren Veranstaltungen ich (wenn beruflich möglich) wahrnehme. Zum anderen bin ich in der Kolpingsfamilie Solingen-Wald/Weeg integriert. Für die ich den Internetauftritt gestalten darf. Die Jahre sind vergangen und vieles ist moderner geworden (um auf den Anfang meiner Geschichte zurückzukommen). Der Schaukasten steht nun im Internet und ist als Homepage der Kolpingsfamilie weltweit anzuklicken.
Treu Kolping
Michael Mihm